Besprechungen

Viel Luft nach oben bei der Meetingkultur

Unternehmen, die Besprechung „können", sind erfolgreicher

Nach der Studie „Unternehmenssteuerung 2016“ der Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner werden in jedem zweiten Unternehmen Besprechungen oft ergebnislos vertagt, wobei als häufigster Grund schlechte Vorbereitung angebeben wird (47% der Fälle). Erstaunlich, wenn man bedenkt, wieviel Zeit Führungskräfte in Besprechungen verbringen!

Selbst wenn man nur die direkten Kosten nimmt, die durch ineffiziente Meetings verursacht werden, kommen schnell erstaunliche Beträge zusammen: Wenn sich beispielsweise 5 Führungskräfte mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 58 € (entspricht ca. 10.000 €/Monat Bruttogehalt) nach 3 Stunden ergebnisloser Besprechung vertagen, sind gerade ungefähr 1.050 € (inkl. Lohnnebenkosten) „verbraten“ worden. Reisekosten und sonstige Kosten nicht eingerechnet…

 

Die Studie zeigt auch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Meetingkultur und Unternehmenserfolg auf: Beispielsweise wurde nur in 16% der als High Performer eingestuften Unternehmen beklagt, dass Unbeteiligte in wichtigen Gremien sitzen. Im schwächsten Viertel waren es annähernd 50%.

 

Zudem ist die Meetingkultur in erfolgreichen Unternehmen offensichtlich weitaus ergebnisorientierter: Bei den Top Performern werden in drei Vierteln aller Unternehmen klare Meetingregeln eingehalten, bei den Low Performern in weniger als der Hälfte, was Dr. Torsten Lund, Managing Partner bei Kampmann, Berg & Partner zu dem Resumée bringt:

Meetingkultur ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit und des Anstands, sondern ein wesentlicher Treiber der Performance des gesamten Unternehmens.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ von Rochus Mummert aus dem Jahr 2015. Laut dieser Untersuchung ist nur jeder fünfte Arbeitehmer mit der Meeting-Kultur seines Unternehmens zufrieden.

Gerade Vorgesetzte vermitteln mit schlecht vorbereiteten Meetings den Eindruck, dass ihre Zeit, die sie bei der Vorbereitung einsparen "mussten", wertvoller sei, als die der anderen Teilnehmer.

 

Dr. Hans-Dieter Schlipat, Manging Partner der Rochus Mummert Gruppe

Auch Rochus Mummert kommt zu dem Ergebnis, dass sich eine stringente Meetingkultur lohnt: So zeichnen sich ertragsstarke Unternehmen durch ein Klima der Wertschätzung aus, in dem auch mit den Zeitpotenzialen seiner Mitarbeiter sorgfältig umgegangen wird, während in ertragsschwachen Unternehmen Mitarbeiter als reiner Kostenfaktor angesehen und instrumentalisiert werden.

Ein schlecht geführtes Meeting wird nicht dadurch besser, dass frisches Obst auf dem Tisch steht.

 

Dr. Hans-Dieter Schlipat

Unser Resumée: Es lohnt sich, eine kritischen Blick auf die eigene Meetingkultur zu werfen. Jede Investition in eine Verbesserung der Besprechungskultur bringt in der Regel schnelle Erträge. Unsere Expertin für schlanke und effektive Meetings, Lydia Weyres, unterstützt Sie gerne mit einem Beratungsgespräch oder einem Training.


03.02.2017 12:40 von Stefan Günzinger

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