Gesunde Führung, gesundes Team!
Führung

Gesunde Führung – gesunde Teams

Was hat Führungskompetenz mit Gesundheit zu tun?

Der Fisch stinkt vom Kopf? In Sachen „Führung“ allemal: Mangelt es daran, krankt ein ganzes Team. Die erste Medizin in diesem Fall setzt bereits beim Chef selbst an. Denn gerade wer sich gut führt, handelt für sein Team gesundheitsfördernd.

Während früher Gesundheit als Privatsache angesehen wurde, weisen heute empirische Befunde darauf hin, dass mangelhafte Führung zu einem hohen Krankenstand in einer gesamten Arbeitseinheit führen kann [1]. Die Praxis zeigt darüber hinaus, dass Führungskompetenz durch eine gesunde Selbstführung potenziert wird. Wer sich selber gut führt und sich um seine eigene Gesundheit nicht erst kümmert, wenn ihm schwerwiegende Krankheitssymptome keine Wahl mehr lassen, hat ein besseres Gefühl für sein Team und seine Mitarbeiter [2].

 

Eine solche Selbstführung beginnt bei der Beobachtung eigener Verhaltens- und Denkmuster: Was genau tue ich, damit ich mich wohl und leistungsstark fühle? Wie fühle ich mich, wenn ich unter Druck stehe? Wie reagiere ich in stressigen Situationen? Was motiviert mich, nach mir selber zu schauen?

Gesundheit am Arbeitsplatz iost mehr als gesunde Ernährung
Gesundheit ist mehr als gesunde Nahrung

Ein gutes Rezept: Eigenbeobachtung und Empathie

Beobachtungen wie diese setzen voraus, dass man im Hier und Jetzt präsent ist und die eigenen Körperreaktionen wahrnimmt. Eine solche (beobachtende) Haltung kann zum Beispiel mit Achtsamkeitsübungen trainiert werden. In über 3500 wissenschaftlichen Studien [3] ist festgestellt worden: Wer sich regelmäßig in Achtsamkeit übt,

  • ist fokussierter und konzentrierter während der Arbeit.
  • zeigt konstruktivere Beziehungen mit anderen Mitarbeitern.
  • ist zufriedener mit der aktuellen Arbeitssituation.
  • ist deutlich weniger belastet durch Stress.
  • verbessert sein Immunsystem und stärkt die Resilienz.
  • zeigt ein klares Entscheidungsmanagement.


Im Prinzip geht es in diesen Achtsamkeitsübungen um den Aufbau einer beobachtenden und wertschätzenden Beziehung – zu sich selber, zur Familie, zu Kollegen, zum gesamten sozialen Umfeld. Diese Beziehungen sind es, die es uns ermöglichen, besondere Leistung und Motivation zu zeigen. Empathie ist hier das Zauberwort. Dagegen werden Geld, Ruhm oder Auszeichnungen immer weniger wichtig. Menschen mit hoher Empathie leisten als soziale Wesen einen Beitrag für die Gruppe.

 

Der Grund dafür liegt in unseren Genen: Wenn wir empathisch sind, werden Oxytocin und Serotonin ausgeschüttet. Diese beiden Hormone bilden die Grundlage für ein WIR-Gefühl, das uns motiviert, im Verbund zu arbeiten. Sie machen uns als Menschen im System stark und befähigen die Führungskraft, im Sinne der Gruppe zu handeln.

Leadership zeichnet sich durch die Übernahme von Verantwortung aus; der Leader stellt seine eigenen, individuellen Bedürfnisse hinter die seiner Mitarbeiter, die er zu führen hat.

Verantwortung sichert das Überleben

 Hier unterscheidet sich der „Leader“ von einem Vorgesetzten, der zwar hierarchisch über einem steht, doch wenig führt: Leadership zeichnet sich durch die Übernahme von Verantwortung aus; der Leader stellt seine eigenen, individuellen Bedürfnisse hinter die seiner Mitarbeiter, die er zu führen hat. Er braucht ein besonders hohes Maß an Oxytocin und Serotonin. Das Buch von Simon Sinek trifft den Nagel auf den Kopf: „Gute Chefs essen zuletzt“[4].

 

Der Autor erläutert nicht nur den hormonellen Hintergrund, sondern gibt auch praktische Beispiele aus Militär, Wirtschaft und Politik, wo Teams Außerordentliches leisten und so das Überleben der Truppe, der Menschen oder des Unternehmens sichern. Die Unternehmenskultur entscheidet über „Leben oder Tod“, über Erfolg oder Scheitern, über Genialität oder Mittelmäßigkeit.

 

Die empathische Führungskraft mit einem ausgeprägten Sinn für Leadership reflektiert:

  • Was mache ich, um meine Mitarbeiter, mein Team gesundheitsfördernd (salutogen) zu führen?
  • Wie motiviere ich, wie begleite ich sie?
  • Welche Motive, welche Werte leiten mich dabei? Welche Glaubenssätze und Überzeugungen spielen hierbei eine Rolle?
  • Wer bin ich in meiner Rolle als Chef?
  • Wozu führe ich Menschen? Für welchen größeren Sinn ist mein Dasein als Führungskraft wichtig?

 Je klarer eine Führungskraft diese Ebenen füllen und leben kann, desto authentischer wirkt sie in ihrer Führungsrolle. Die Praxis bestätigt einen schönen Nebeneffekt: Die Mitarbeiter wertschätzen den Chef als Vorbild und Leitfigur und freuen sich über die gemeinsame Aufgabe – tagtäglich! Daher mein Tipp: Im Sinne Ihrer eigenen Gesundheit – denken Sie einmal über Selbstführung nach! In den aktuellen Programmen zur Führungskräfteentwicklung spielt sie nicht umsonst eine zunehmend wichtige Rolle.

[1] K. Zok: „Führungsverhalten und Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter – Analyse von WIdO-Mitarbeiterbefragungen“, in: Badura u.a.: Fehlzeiten-Report 2011, Heidelberg

[2] 2016 wurden neuere Zahlen veröffentlicht: http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2016/index_17100.html
https://www.vdi-wissensforum.de/news/selbstfuehrung-als-erster-schritt-der-mitarbeiterfuehrung und Prof. Dr. Bruch: Mitarbeiter zwischen Hochleistung und Erschöpfung; Ergebnisse der I.FPM‑Studie zum Thema gesunde Führung in Personalführung Heft 12/2013, Frankfurt a.M.

[3] https://goamra.org; America Mindfulness Research Association

[4] S. Sinek: Gute Chefs essen zuletzt: Warum manche Teams funktionieren – und andere nicht.“ München, 2017

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