Network Thinking - Was kommt nach dem Brockhaus-Denken?
Innovation

Network Thinking - Was kommt nach dem Brockhaus-Denken?

Wie das Ende der Brockhaus-Ära nicht nur unser Bücherregal verändert

„Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Radiointerview, das mit dem Brockhaus-Geschäftsführer wenige Jahre nach dem Start von Wikipedia 2001 zur Entwicklung von Enzyklopädien geführt wurde. Er war sich ganz sicher, dass Wikipedia niemals an sein ebenso bewährtes wie verlässliches Produkt heranreichen werde. Sei dort doch amateurhaft zusammengetragenes Wissen versammelt, das in Qualität und Seriosität mit den von Brockhaus redigierten Informationen niemals konkurrieren könne. Kurz, er meinte abschließend sagen zu können: Wikipedia ist keine Bedrohung für Qualitätsprodukte wie Brockhaus.“

Viele aus der jüngeren Generation werden „den Brockhaus“ erstmal googlen müssen, um letztlich in Wikipedia nachzulesen, was das eigentlich ist. Ironie des Schicksals, sozusagen! Und doch war diese Enzyklopädie, Erstausgabe 1808, für viele Generationen das Nachschlagewerke schlechthin. Fein säuberlich sortiert in etwa dreißig dicke Bände mit Lederrücken und Goldschnitt beanspruchte sie etwa 1,5 Meter Bücherregal.

 

Der Autor von Network Thinking, Ulrich Weinberg, nutzt das Bild der Brockhaus-Ära als Symbol für die Vergänglichkeit, nicht nur von Enzyklopädien, sondern vor allem von Denkmustern. Ordentlich nach Buchstaben sortiertes Wissen wird in einer sich rasch vernetzenden Welt zum Bremsklotz. Moderne Komplexität lässt sich mit Kategorien des Wettbewerbs, der Einzelleistung, der Hierarchien und der Expertenkultur weder erfassen noch beeinflussen.

 

Wir brauchen neue Denk- und Handlungskonzepte, denn die Welt des Network Thinking ist geprägt von Kollaboration, kreativer Verknüpfung von scheinbar nicht Zusammenhängendem und vor allem von Enthierarchisierung. Dieses Buch ist eine Roadshow zu den innovativsten Orten und Menschen rund um den Erdball. Zu Menschen, Institutionen und Unternehmen die genau das schon leben. Die den Brockhaus-Modus bereits abgelegt haben und mit einer Kultur des kooperativen und lateralen Denkens und Handelns erfolgreich sind.

 

Das gemeinsame Fazit all dieser Menschen und Einrichtungen lautet: Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Unsere von digitaler Vernetzung geprägte Welt braucht neue Fähigkeiten, nämlich Teamorientierung, laterales Denken und kooperative Kommunikation. Und es versteht sich von selbst, dass all das auch in der Bildungslandschaft seinen Platz finden muss.

 

Ulrich Weinberg ist Leiter der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Er gilt als der deutsche Vordenker im Network Thinking und begleitet die d.school in Stanford, Peking und Stockholm.

 

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