K. Anders Ericsson und Robert Pool: TOP – Die neue Wissenschaft vom bewussten Lernen
Lernforschung

TOP – Die neue Wissenschaft vom bewussten Lernen

Wie wir Hochleistungen vollbringen

Die im Buch präsentierten Forschungsergebnisse von K. Anders Ericsson und Robert Pool zeigen: Jeder kann auf seinem Gebiet Expertenniveau erreichen. Die Voraussetzung: Er muss bereit sein, durch bewusstes Lernen die Grenzen seiner Fähigkeiten beharrlich auszuweiten.

Die Autoren räumen mit drei Mythen auf:

  1. Dem Mythos, dass die eigenen Fähigkeiten durch genetisch vorgegebene Merkmale begrenzt werden.
  2. Dem Mythos, dass man zwangsläufig besser wird, wenn man etwas nur lange genug macht.
  3. Dem Mythos, dass man sich nur genügend anstrengen muss, um auf einem Gebiet besser zu werden.


Beim Erwerb neuer Fähigkeiten wie dem Kochen, dem Autofahren oder dem Tennisspielen, folgen die meisten Menschen einem typischen Muster: Sie beginnen mit einer ungefähren Vorstellung davon, was sie erreichen wollen und trainieren dann, bis sie ein annehmbares Niveau erreicht und bestimmte Automatismen entwickelt haben.

 

Das Problem dabei ist, dass sie keine Fortschritte mehr erzielen, sobald ein befriedigendes Leistungsniveau erreicht ist. Laut den Autoren ist es ein Irrglaube, dass jemand nach 20 Jahren besser Auto fährt als nach fünf Jahren, oder dass ein Arzt nach 20 Jahren Praxis besser ist als nach fünf. Tatsächlich zeigen die Forschungen, dass zusätzliche Jahre des Übens bei Menschen, die bereits ein akzeptables Leistungsniveau erlangt haben, in der Regel keine weiteren Verbesserungen bringen.

„Jeder kann sich verbessern, vorausgesetzt, er wendet die richtige Methode an. Wenn es einem nicht gelingt, dann nicht deshalb, weil man keine Begabung hat, sondern weil man nicht nach der richtigen Methode übt.“

K. Anders Ericsson und Robert Pool

Einfach nur zu üben, hilft also nicht weiter. Weitaus erfolgversprechender ist gezieltes Üben. Das hilft, angeborene Talente optimal zu nutzen. Die nächste Stufe ist dann das von den Autoren im letzten Drittel des Buchs vorgestellte „bewusste Üben“, durch das man tatsächlich neue Potenziale entwickeln kann.

Das klingt nicht unbedingt revolutionär aber der Neuigkeitswert ist doch grösser als gedacht. Bewusstes Lernen findet außerhalb der Komfortzone statt und beinhaltet exakt formulierte, konkrete Ziele und das Feedback eines Trainers, der die Fortschritte genau überwacht. Zudem erzeugt bewusstes Lernen mentale Repräsentationen, die es dem Lernenden erlauben, sich beim Üben und Anwenden des Erlernten selbst zu überwachen.

Schade, dass das Buch in Sachen Layout und Struktur etwas schwer verdaulich und wenig lesefreundlich ist. Das tut der Qualität des Textes und der Inhalts aber keinen Abbruch!

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